Der 1. FC Saarbrücken TT hat den ersten Erfolg auf der Triple-Mission gefeiert: Beim Liebherr Pokal-Final Four sicherte sich das Team um Fan Zhendong am Sonntag zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte den Deutschen Tischtennis-Pokal. Vor 5200 Fans in der ratiopharm arena Ulm/Neu-Ulm feierte Saarbrücken einen 3:1-Finalsieg gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell.

Mit fast schon beängstigender Routine nahm Fan Zhendong seinen Sieg zur Kenntnis. Mit 3:0 hatte der Olympiasieger gerade Dimitrij Ovtcharov im Liebherr Pokal-Final Four in Schach gehalten und damit die Tür zum Titel weit aufgestoßen für den 1. FC Saarbrücken TT. Eine kurze Siegesfaust, ein Nicken, ein Gruß ins Publikum vor den zahlreichen asiatischen Fans – mehr Emotionen zeigte Fan, gewohnt abgeklärt und bodenständig, in diesem Moment nicht. Dabei hätte er allen Grund zur Euphorie gehabt: Am Sonntag fügte Fan der langen Liste seiner Titel eine weitere Trophäe und die erste in Deutschland hinzu.

Mit 3:1 bezwang Saarbrücken in der ratiopharm arena Ulm/Neu-Ulm den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell und setzte damit die erste Landmarke auf der Triple-Mission. Mit der Verpflichtung von Fan hatte der FCS im Sommer nicht nur einen Tischtennis-Hype in ganz Deutschland ausgelöst, sondern sich auch in allen Wettbewerben in die Favoritenstellung katapultiert. In Tischtennis Bundesliga (TTBL) und Champions League haben die Saarbrücker in dieser Saison noch weitere Titelchancen: In der TTBL sind die Saarländer als Tabellenzweiter auf Play-off-Kurs, in der Champions League treffen sie im Viertelfinale auf GV Hennebont TT.

Dritter Pokalsieg für Saarbrücken nach 2012 und 2022

„Ich bin sehr glücklich über den Titelgewinn“, sagte Fan anschließend. „Es war mein erstes Final Four und es hat sehr viel Spaß gemacht. Heute war ein besonderer Moment in meiner Karriere. Ich hoffe, in der Zukunft erneut bei diesem Event dabei sein zu können.“

Für Saarbrücken war es der dritte Pokalsieg der Vereinsgeschichte nach 2012 und 2022. In den vergangenen beiden Jahren war der FCS jeweils im Finale unterlegen, 2024 gegen Borussia Düsseldorf (0:3), 2025 gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen (1:3). Insgesamt zieren nun acht Trophäen die Vitrine des amtierenden Champions-League-Siegers. Fulda dagegen verpasste erneut den erstmaligen Titelgewinn. Zwischen 2013 und 2016 war der TTC viermal in Folge im Pokal-Finale angetreten und jeweils Borussia Düsseldorf unterlegen. Nichtsdestotrotz zeigte sich TTC-Trainer Qing Yu Meng insgesamt zufrieden mit dem Abschneiden seines Teams. „Saarbrücken hat drei absolute Topspieler, gegen jeden ist es für uns sehr schwer“, sagte er. „Glückwunsch an Saarbrücken. Trotz der Niederlage bin ich sehr stolz auf meine Spieler, sie haben alles gegeben.“

Franziska: „Bin sehr stolz auf das Team und den gesamten Klub“

Fans Triumph gegen Ovtcharov war die Ouvertüre für ein spektakuläres, hochklassiges Finale. Denn Fulda gab sich nach der Niederlage von Deutschlands „Mr. Olympia“ keineswegs geschlagen und meldete sich sensationell zurück. Ruwen Filus spielte gegen Franziska auf Topniveau und ließ sich auch von den kraftvollen Angriffen des Saarbrückers nicht verunsichern. Immer wieder meldete sich Filus zurück, etwa nach 8:10-Rückstand im ersten Satz und nach 0:6 im zweiten. Im fünften Satz wehrte der Fuldaer schließlich einen Matchball Franziskas ab, um schließlich mit 14:12 zum 3:2 den Ausgleich für den TTC herzustellen. „Ich hab alles reingeschmissen – und wurde belohnt“, sagte Filus anschließend. Die folgenden Einzel gehörten dann aber wieder dem Favoriten: Darko Jorgic schlug Fanbo Meng mit 3:0, Fan legte ein 3:0 gegen Filus zum Pokalsieg nach.

„Wir haben mehr Druck verspürt als in den vergangenen Jahren“, sagte Franziska zur Favoritenrolle der Saarbrücker. „Der Titel war unser großes Ziel. Daher bin ich sehr stolz auf das gesamte Team und den gesamten Klub – auch, weil wir immer füreinander da waren. Wir sind einen langen Weg gegangen, der heute mit dem Pokalsieg gekrönt wurde.“

„Froh über die Silbermedaille“: Fulda gratuliert Saarbrücken

Vor dem Finaltriumph hatte Saarbrücken im Halbfinale den Titelverteidiger in Schach gehalten. Gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen holte der FCS ein 3:1. „Man merkt, dass alle brennen“, hatte Franziska den Saarbrücker Titelhunger bereits vor dem ersten Aufschlag angesprochen. Einzig dem Doppel-Weltmeister Shunsuke Togami (3:0 gegen Darko Jorgic) gelang ein Sieg für Ochsenhausen.

Fulda rang im Parallelspiel den TTC OE Bad Homburg mit 3:2 nieder. Das Taunus-Team um Trainerlegende Helmut Hampl hatte im Viertelfinale sensationell Rekordpokalsieger Borussia Düsseldorf (3:2) eliminiert und war damit die große Überraschung der aktuellen Pokalsaison. „Insgesamt können wir ein positives Fazit ziehen. Wir wollten ins Finale einziehen, und das haben wir geschafft“, sagte Filus. „Wir müssen anerkennen, dass Saarbrücken die bessere Mannschaft war und daher verdient gewonnen hat. Daher sind wir insgesamt sehr froh über die Silbermedaille.“

Das Liebherr Pokal-Final Four in der Übersicht

 Finale
1. FC Saarbrücken TT – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 3:1

Fan Zhendong – Dimitrij Ovtcharov 3:0 (11:9, 11:9, 11:8)
Patrick Franziska – Ruwen Filus 2:3 (10:12, 11:8, 11:9, 7:11, 12:14)
Darko Jorgic – Fanbo Meng 3:0 (11:6, 11:9, 11:8)
Fan Zhendong – Ruwen Filus 3:0 (11:8, 11:3, 11:6)

Halbfinale
TTF Liebherr Ochsenhausen – 1. FC Saarbrücken TT 1:3

Shunsuke Togami – Darko Jorgic 3:0 (11:9, 11:9, 11:1)
Tiago Abiodun – Fan Zhendong 1:3 (5:11, 9:11, 13:11, 5:11)
Iulian Chirita – Patrick Franziska 1:3 (11:6, 8:11, 8:11, 4:11)
Shunsuke Togami – Fan Zhendong 1:3 (12:10, 8:11, 6:11, 5:11)


Autor: TTBL Sport GmbH
Original Beitrag: https://www.ttbl.de/news/post/695abf628bb9110001e8c2db