Der 1. FC Saarbrücken TT hat Vereinsgeschichte geschrieben. Im Finale des Liebherr TTBL Final4 setzte sich unsere Mannschaft am Sonntag mit 3:1 gegen Borussia Düsseldorf durch und sicherte sich nach dem Deutschen Tischtennis-Pokal und der Champions League auch die Deutsche Meisterschaft. Es ist das erste Triple in der Geschichte des FCS-TT und der zweite Meistertitel nach 2020.
Rund 5600 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten das Finalwochenende in der Süwag Energie ARENA in Frankfurt. Im Mittelpunkt stand erneut Fan Zhendong, der in seinem letzten Einsatz für Saarbrücken zwei wichtige Siege zum Finalerfolg beisteuerte.
Fan Zhendong bringt den FCS in Führung
Zum Auftakt des Endspiels traf Fan Zhendong auf Dang Qiu. Der Düsseldorfer hielt die Partie lange offen und hatte zwischenzeitlich die Chance auf eine 2:1-Satzführung. Fan behielt jedoch in den entscheidenden Momenten die Kontrolle und brachte den FCS mit einem 3:1-Erfolg auf Kurs.
Anschließend musste sich Darko Jorgic seinem Gegner Kanak Jha geschlagen geben. Jha entschied die Partie in drei Sätzen für sich und stellte den zwischenzeitlichen Ausgleich her.
Patrick Franziska entscheidet das Schlüsselspiel für sich
Beim Stand von 1:1 rückte das Duell zwischen Patrick Franziska und Anton Källberg in den Fokus. Einen Tag nach seiner knappen Niederlage im Halbfinale zeigte Franziska eine starke Reaktion. Mit einem konzentrierten Auftritt setzte er sich mit 3:1 durch und brachte den FCS erneut in Führung.
Der Sieg war besonders wichtig, da ein Erfolg Källbergs die Chancen auf ein abschließendes Doppel deutlich erhöht hätte. Franziska machte nach seinem Einzel deutlich, dass er auf dieses Szenario gerne verzichten würde.
Fan Zhendong macht das Triple perfekt
Im vierten Einzel des Finals traf Fan Zhendong auf Kanak Jha. Die Partie entwickelte sich zu einem umkämpften Duell über fünf Sätze. Fan setzte sich schließlich mit 3:2 durch und verwandelte den entscheidenden Punkt zur Deutschen Meisterschaft.
Nach dem Match zeigte sich der Olympiasieger zufrieden, dass er der Mannschaft mit zwei Erfolgen helfen konnte. Gleichzeitig betonte er die Geschlossenheit des Teams, das auch in schwierigen Phasen der Saison füreinander eingestanden habe.
Für Fan Zhendong war es ein besonderer Abschluss seiner Zeit beim 1. FC Saarbrücken TT. Mit dem Gewinn der Meisterschaft erfüllte er gemeinsam mit der Mannschaft das große Ziel der Saison. Zur kommenden Spielzeit wechselt der 29-Jährige zu Borussia Düsseldorf.
Während des gesamten Wochenendes sorgte Fan auch abseits der Platte für besondere Stimmung. Viele Fans feierten seine Punkte lautstark. Bei den letzten Ballwechseln des Finals hallten Fan-Zhendong-Rufe durch die Süwag Energie ARENA.
Patrick Franziska blickte nach dem Titelgewinn ebenfalls auf einen besonderen Moment zurück. Der FCS habe in allen Wettbewerben mit hohen Erwartungen umgehen müssen. Umso größer sei der Stolz auf die Mannschaft, die trotz des Drucks alle drei Titel gewinnen konnte. Für Franziska, der seit zehn Jahren für Saarbrücken spielt, war der historische Erfolg ein Meilenstein.
FCS erreicht das Finale nach 3:1 gegen Bremen
Bereits am Samstag hatte sich unsere Mannschaft im Halbfinale mit 3:1 gegen den SV Werder Bremen durchgesetzt.
Zum Auftakt kam es zum erneuten Duell zwischen Fan Zhendong und Marcelo Aguirre. Im Oktober hatte der Paraguayer überraschend gegen Fan gewonnen. In Frankfurt ließ der Saarbrücker Spitzenspieler diesmal wenig zu und entschied die Partie mit 3:0 für sich.
Im zweiten Einzel unterlag Patrick Franziska Kirill Gerassimenko nach fünf Sätzen. Darko Jorgic geriet anschließend gegen Mattias Karlsson mit 0:2 nach Sätzen in Rückstand, kämpfte sich jedoch zurück und gewann das Match noch mit 3:2.
Fan Zhendong sorgte danach mit einem 3:1-Erfolg gegen Irvin Bertrand für den Einzug ins Finale. Darko Jorgic hob nach der Partie die Qualität des Gegners hervor und zeigte sich erleichtert, dass der FCS den Sprung ins Endspiel geschafft hatte.
Düsseldorf setzt sich im zweiten Halbfinale durch
Borussia Düsseldorf hatte sich zuvor in einem engen Halbfinale gegen den TTC Schwalbe Bergneustadt durchgesetzt. Die Begegnung dauerte mehr als vier Stunden und wurde erst im abschließenden Doppel entschieden.
Bergneustadt führte zwischenzeitlich mit 2:1. Anton Källberg verhinderte mit einem Comeback gegen Benedikt Duda das vorzeitige Ausscheiden der Borussia. Im Doppel sicherten Dang Qiu und Li Yongyin den Düsseldorfern den Finaleinzug.
Erfolgreiche Premiere für das Final-Four-Format
Erstmals wurde die Deutsche Meisterschaft in einem kompakten Final-Four-Format mit beiden Halbfinals und dem Endspiel an einem Wochenende ausgespielt. Rund 5600 Fans kamen im Laufe der Veranstaltung in die Süwag Energie ARENA. Zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer waren aus China angereist, um Fan Zhendong live zu sehen.
Das gesamte Liebherr TTBL Final4 wurde bei Dyn übertragen und ist dort weiterhin als Re-Live sowie in verschiedenen Highlight-Formaten abrufbar. Eine Zusammenfassung lief am Sonntagabend im Hauptprogramm der ARD. Auch der Hessische Rundfunk, der Saarländische Rundfunk und Radio Bremen berichteten in ihren Nachrichtensendungen über das Finalwochenende. Darüber hinaus wurde das Event in mehreren Ländern international ausgestrahlt, unter anderem in China.

Das Liebherr TTBL Final4 in der Übersicht
Finale
1. FC Saarbrücken TT – Borussia Düsseldorf 3:1
Fan Zhendong – Dang Qiu 3:1 (11:5, 11:13, 12:10, 11:8)
Darko Jorgic – Kanak Jha 0:3 (7:11, 7:11, 7:11)
Patrick Franziska – Anton Källberg 3:1 (11:6, 11:6, 9:11, 11:6)
Fan Zhendong – Kanak Jha 3:2 (6:11, 11:6, 11:8, 9:11, 11:6)
Halbfinals
Borussia Düsseldorf – TTC Schwalbe Bergneustadt 3:2
Anton Källberg – Romain Ruiz 3:1 (10:12, 11:9, 11:7, 11:3)
Dang Qiu – Benedikt Duda 2:3 (12:10, 10:12, 11:9, 9:11, 9:11)
Kanak Jha – Leo de Nodrest 2:3 (11:2, 9:11, 11:9, 8:11, 5:11)
Anton Källberg – Benedikt Duda 3:2 (9:11, 6:11, 11:6, 11:7, 11:8)
Dang Qiu/Li Yongyin – Leo de Nodrest/Adrien Rassenfosse 3:1 (5:11, 11:4, 11:7, 11:6)
1. FC Saarbrücken TT – SV Werder Bremen 3:1
Fan Zhendong – Marcelo Aguirre 3:0 (11:6, 11:8, 11:5)
Patrick Franziska – Kirill Gerassimenko 2:3 (16:14, 7:11, 13:11, 11:13, 5:11)
Darko Jorgic – Mattias Karlsson 3:2 (10:12, 10:12, 15:13, 11:8, 11:8)
Fan Zhendong – Irvin Bertrand 3:1 (11:3, 11:3, 7:11, 11:8)